Kleinkaliberschützen Büren-Oberdorf 

 

Vor 71 Jahren gründeten rund ein Dutzend schiessbegeisterte Kameraden aus den Gemeinden Oberdorf/ Büren, Dallenwil, Buochs und Wolfenschiessen die Kleinkaliberschützengesellschaft Büren-Oberdorf.

 

Von Franz Odermatt

 

Es war genau am 6. Januar 1932, als die unvergesslichen Schiesspioniere Franz Scheuber-Odermatt (1895-1982), alt Geometer, Büren, und Josef Wyrsch-Amstutz (1896-1984), Sennerei Feldegg, Oberdorf, sowie der heute 93jährige alt Posthalter Emil Christen, Büren, die Initiative zur Gründung der Kleinkalibersektion Büren-Oberdorf ergriffen. Damit war die allererste KK-Sektion in Unterwalden gegründet. Als Gründermitglieder sind in den Protokollen festgehalten: Josef Bünter-Odermatt, Büren, Adolf Mathis, Oberrickenbach, Theo Amstutz, Josef Dönni, Werner Würsch, alle Büren, Adolf Flühler, Oberdorf, Paul Lussi, Oberdorf, Peter Odermatt, Buochs, Peter Niederberger, Dallenwil und Alois Niederberger, Wolfenschiessen.

 

Gründung trotz Widerständen

Als besonders harzig wird die Gründung im Jahre 1932 beschrieben. Initiant Franz Scheuber stellte an der Oberdörfer 300m-Schützengemeinde den Antrag um eine Gründungs-Bewilligung für eine neue, „flobertschiessende“ 50m-Sektion mit nordseitiger Anbaumöglichkeit am 300Meter-Stand in der Hostetten. Trotzdem Franz Scheuber in der Funktion als 300m-Präsident diese Schützengemeinde leitete, wurde sein Antrag abgelehnt. Sofort stellte er einen Änderungsantrag und ersuchte nur noch um die Bewilligung für ein entsprechendes Baurecht; für die Finanzierung des Anbaus werde er selber besorgt sein. Diesem Antrag wurde zugestimmt und damit der Weg zur Gründung der Kleinkaliberschützengesellschaft Büren-Oberdorf geebnet. Noch am gleichen Abend wurde die Gründung vollzogen und damit der erste Kleinkaliberverein von Ob- und Nidwalden aus der Taufe gehoben.

 

Gesunde Mischung

Als erste KK-Sektion in Ob- und Nidwalden setzten sich die Mitglieder schon bald nach der Gründung aus zahlreichen Gemeinden ob und nid dem Kernwald zusammen. Heute wohnen die Aktiv-Mitglieder, darunter vier im Juniorenalter, in Beckenried, Buochs, Dallenwil, Ennetmoos, Oberdorf, Rotkreuz, Stans, Stansstad, Wolfenschiessen sowie in Alpnachdorf/OW und Kerns/OW. Gemäss aktuellem Mitglieder-Verzeichnis vom 2004 vertreten 29 lizenzierte Aktive den Verein an den Wettkämpfen. Damit liegt Büren-Oberdorf unter den 58 KK-Sektionen des ZSV auf dem fünften Platz hinter Dagmersellen, Buochs-Ennetbürgen, Ibach und Zug-Stadt. Dank der Junioren und trotz 13 Veteranen (ab 55 Jahren) beträgt das Durchschnittsalter ideale 46 Jahre. Beim kürzlichen Standumbau und Einbau der zehn elektronischen Trefferanzeigen stellte man auch eine willkommene, berufliche „Handwerker-Mischung“ fest. Elektriker, Hochbauzeichner, Maurer, Mechaniker, Metallbaufachmann, Schlosser, Schmied und Schreiner bewiesen ihr Können beim arbeitsintensiven Froneinsatz.

 

Vom „Zeiger“ zur Elektronik

Über 30 Jahre dienten Zugscheiben und hilfsbereite „Zeiger“ im damals überdeckten Zeigerstand dem Schiessbetrieb. Im Jahre 1964 wurden als grosse Neuerung und mit 200 Stunden Fronarbeit acht „Brügger-Handlaufscheiben“ eingebaut. Eine grosse Erleichterung brachten dann im Jahre 1974 die elektrischen Laufscheiben, welche sich bis und mit 2002 bewährten. Aufgrund der glänzenden Erfolge im Jahre 2002, zum Beispiel mit dem Gruppensieg am Zentralschweizerischen GM-Final und dem Aufstieg in die höchste Liga der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (NLA), aber auch wegen dem aufstrebenden Vereins-Nachwuchs wagte der mutige Vorstand die 28 Jahre alten Laufscheiben durch 10 modernste, elektronische Trefferanzeigen zu ersetzen. Die GV vom 7. März 2002 bewilligte dazu einen Kredit von 50'000 Franken. Es war quasi ein Geschenk zum 70. Geburtstag. Der Einbau erfolgte im Winter 2002/03 unter der Oberaufsicht von Vereins-Schützenmeister Bernhard Christen, Holzbildhauer, Wolfenschiessen.

 

Sportliche Erfolge dank Kameradschaft

Kameradschaft, Hilfsbereitschaft und Toleranz sind bei den Schützen von Büren-Oberdorf keine leeren Worte. Dank diesen Charaktereigenschaften durften immer wieder beachtliche Erfolge gefeiert werden. Über die Kameradschaft geben wir dem Vereinssekretär der Jahre 1945 bis 1947, dem verstorbenen Pater Adelhelm Bünter, das Wort. Im August 1946 schrieb er als Sekretär Anton Bünter: „Ich möchte noch auf etwas hinweisen, das mich immer erfasst hat und zum Erlebnis geworden ist: die Kameradschaft. Ich habe einmal einen gefragt, weshalb er sich so gerne in unserem Kreise aufhalte. Die Antwort war kurz und sagte doch viel: „Jedä isch rächt und guet zu eim!“. Das ist echte Kameradschaft, die jeder sucht und die für jeden Menschen unsäglich wertvoll ist und die manchem hilft über viel Schweres hinwegzukommen“ schloss Bünter seine Notizen. Über die oben erwähnten Grosserfolge im Jahr 2002 mit dem Aufstieg in die höchste Liga der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (NLA) und dem Sieg am zentralschweizerischen GM-Final wurde in den Medien ausführlich informiert. Im 2003 konnte der GM-Sieg am Zentralschweizerischen Final mit den Schützen Peter Achermann, Peter Birchler, Bernhard Christen, Beat und Daniel Niederberger, wiederholt werden.

 

 

BOX

Präsidenten 1932-2004

1932-1945  Franz Scheuber 1895-1982

1945-1951 Josef Wyrsch 1896-1984

1951-1953 Franz Scheuber

1953-1957 Josef Wyrsch

1957-1963 Anton Odermatt 1908-1998

1963-1969 Paul Niederberger *1925

1969-1989 Josef Niederberger 1919-1998

1989-         Urs Niederberger *1957

 

 

Stans, im Juni 2004